La Transjurassienne 28ème édition France,
50 km
Birkebeiner 2006, Norwegen, 54 km
Unser Masters racing team hatte rendez-vous am Donnerstag
Abend 9. Februar an der Hotel Bar in La Cure. Das Hotel Arbez steht halb auf
Schweizer und halb auf französischem Boden. Patrick, Yeti und ich schliefen
in Frankreich, Knut und Jörg in der Schweiz. Yeti erklärte mir später, dass
schnarchen in Frankreich wie im Horneggli erlaubt sei. Im Esssaal kann man wählen
zwischen Schweiz und Frankreich wobei Essen, Wein und Bedienung beidseits der
Grenze ausgezeichnet sind. An der Bar sind alle Getränke in Frankreich aber
die Kasse in der Schweiz (typisch). Im Zweiten Weltkrieg fanden viele
Maquisards Unterschlupf im Hotel. Nach dem Krieg wurde das Hotel attraktiv für
Schmuggler. Dies gefiel den Schweizerbehörden überhaupt nicht und sie
wollten das Hotel kaufen. 1947 kam Charles de Gaulle aber persönlich nach La
Cure und verhinderte im Namen der grande Nation einen Verkauf. Heute sind mit
dieser Lösung alle zufrieden, wobei der Euro als Zahlungsmittel klar
bevorzugt wird. La Cure liegt zwischen St. Cerque (VD) und Les Rousses
Startort der 50 km. Es schneite die ganze Nacht. Strahlender Sonnenschein,
tief verschneite Winterlandschaft empfing uns am Freitag Morgen. In Moréz die
Startnummern holen. Bei einer ältern Dame sprachen wir vor. Überall
Computer, Karteien, Papier.“ Ich kann ihnen die Startnummern nicht geben,
etwas stimmt mit der Anmeldung nicht, gehen sie in den 1. Stock“. Wieder
eine ältere Dame: „Das Arztzeugnis fehlt, sie können nicht starten. Knut
unser Arzt stellte sich vor. Ungläubig schaute sie ihn an. Dann suchte sie
nach einem Formular fand aber keines. Sie kam mit einem beschriebenen Blatt
auf der Rückseite weiss und einem roten Kugelschreiber. Knut schrieb in
englisch, dass wir gesund seien und der Lauf für uns kein Problem darstelle.
Die Dame verstand zwar kein englisch und konnte wahrscheinlich die Schrift von
Knut auch nicht lesen, händigte uns aber die Nummern sofort aus. Dafür gab
es dann im Foyer Juraspezialitäten zu kaufen wie Wildsau- oder Büffelwurst,
spezial Wein für den Transjurassienne, Honig und vieles mehr. Zurück ins
Hotel über verschneite Strassen. Am Nachmittag rekognoszieren und Wachstest.
Blau spezial auf die Skier und auf die Loipe. Uebrigens der Schweizer
Langlaufpass ist hier auch gültig.
Am Samstag strahlt die Sonne, das Thermometer zeigt –8
°C. Wir starten direkt hinter der Elite im Feld der 400 Läufer. Wir stellen
einmal mehr fest, dass ein Längenprofil punkto Steigungen nicht der
Wirklichkeit entspricht. Der Lauf ist ein Teil der Seidenstrasse des Juras.
Diese führt von Le Locle auf der französischen Seite bis nach Giron über
180 km alle gespurt für Skater und Klassiker mit Uebernachtungsmöglichkeiten.
La Transjurassienne bietet folgende Strecken an. Minitrans 10 km, 25 km, 54
km, 76 km alles Skating, 50 km klassisch. Die Strecke ist sehr
abwechslungsreich mit einer langen Steigung von Bois d’ Amont nach les
Ministères. Der Lauf ist super organisiert mit Duschen und einer warmen
Mahlzeit in Mouthe am Ziel, gratis Transport an den Start. 1050 freiwillige
Helfer, 100 Samariter, 20 Aerzte und 75000 Plasticbecher, Teilnehmer ca. 4500,
Kalorienverbrauch von Knut 5400 davon Fettverbrennung 40%, Jörg 4900.
Dieses Jahr feiert der Birkebeiner das 800-jährige Jubiläum.
Zu Beginn der Wikingerzeit um 12 Hundert wurde ein Feldzug nach Norwegen
unternommen. Die sieggewohnten dänischen Wikinger unterlagen mit ihrer gut
ausgerüsteten Armee unter Ragnar Lodbruk den skigewandten Ureinwohnern rund
um Lillehammer. Zwei Birkebeiner Krieger auf Skiern retteten den späteren König
Hakon Hakonsson 1206 von Lillehammer über die Hügelzüge nach Rena und
Osterdalen von den Wikingern. Zum Gedenken an das Königskind muss heute jeder
Läufer einen Rucksack von mindestens 3,5 kg tragen. Am Ziel werden die Rucksäcke
stichprobeweise gewogen. Um das Volumen klein zu halten, hatten wir Blei mit
einer Dichte von 11,34 kg/dm3 in unseren Säcken. Mit 800 Jahren
ist der Birkebeiner bei weitem der älteste Langlauf der Welt. Laut
Wetterbericht wären die Verhältnisse dieses Jahr ausgezeichnet. Yeti und ich
starteten in der ersten Gruppe 7.30 h eine Stunde später dann die Elite. Nach
3h (31km) gab ich das Rennen wegen Achillessehnen Problemen auf und konnte den
Rettungsdienst mit ihren Motorschlitten testen. Es klappte vorzüglich. Marcey
und die Kollegen starteten erst um 9.30 h und hatten dann mit stark
wechselnden Schneeverhälnissen und Gegenwind zu kämpfen. An den Wachsständen
auf der Strecke bildeten sich lange Warteschlangen. Nach dem Nachwachsen waren
dann die Skis meist zu stumpf oder zu spitz. Marcey gab nach 27 km wegen
schlechter Skis das Rennen auf. Laut der Speakerin am Ziel wachsten viele 4-5
mal um. Ohne Wachsprobleme würde uns ein abendfüllendes Thema fehlen. Am
Ziel waren alle über die vollbrachte Leistung zufrieden. Am Lautsprecher
formulierte es ein Amerikaner so: I will be back next year, but it was a very
tough race. Die Air Wyss (Falcon der Dassaultwerke) flog uns sicher von Basel
nach Oslo und zurück. Herzlichen dank an die beiden Piloten Beat (amtete auch
als Betreuer) und Yeti.
Resultate:
Transjurassienne 2006
| 1. |
Bulle Olivier
Elite Tagesbestzeit |
2.59.07 |
| 163. |
Ziegler Kurt
2. seiner Kategorie |
4.35.03 |
| 210. |
Z'Brun Patrick |
4.56.41 |
| 224. |
Auer Jörg |
5.03.08 |
| 269. |
Stroemsoe Knut |
5.30.35 |
|
Yeti (Hansjörg Wyss)
Aufgegeben |
|
|
|
|
|
|
|
| Birkebeiner 2006 |
|
gestartet 10'822, am Ziel
10'169
Rangierungen nach Alterskategorie
|
| 1. |
Aukland Anders
Elite Tagesbestzeit |
2.52.13 |
| 956. |
Z'Brun Patrick
40-44 Jahre |
5.45.50 |
| 302. |
Stroemsoe Knut
60-64 Jahre |
5.47.25 |
| 355. |
Auer Jörg
60-64 Jahre |
6.21.14 |
| 111. |
Yeti (Hansjörg Wyss)
70-74 Jahre |
7.41.52 |
Nächstes Jahr ist der Mara über 30 km klassisch in Ste.
Croix auf dem Programm.
Wahrscheinliches Datum: 4.
März 2007. Es würde uns natürlich freuen wenn neben Yeti und mir noch
andere mitmachen würden. Zeit zum trainieren bleibt genügend.
Kurt
Ziegler

Nach dem Wachstest...
Von links nach rechts:
Marcy-Beat- Jürg-Knut-Kurt-Yeti-Patrick