Wenn man die ob Saanenmöser auf Schönrieder Grund und Boden
liegende Skihütte als eines der Herzstücke unseres Clubs und des Vereinslebens
schlechthin bezeichnet, ist dies sicherlich nicht übertrieben. Diesem
hölzern-wohlige Wärme ausstrahlenden Juwel lässt sich nur mit einer
gelassenen Verliebtheit begegnen. Für das gesellige Zusammensein unseres Clubs
hat die Hütte seit jeher übersportliche Bedeutung. Von manch durchzechter
Nacht, manch feuchtfröhlichem Jassgefecht, mancher Turtelei könnten die
morschen Balken und knorrigen Wände berichten. Vielleicht ein Glück, dass es
in ihrer Natur liegt, stumm die Zeiten zu überdauern.
Am 24. Oktober 1908 erwarb der Ski Club Bern von Arnold von
Grünigen gemäss dem "Verzeichnis der vom Einwohnergemeinderat von Saanen
gefertigten Handänderungsverträge" "1/2 Jucharten Erdreich in der
Horn-Vorsass". Gleichenjahres wurde das "Horneggli" in einer
Höhe von ca. 1500 Meter erstellt. In den Neujahrstagen 1909 fand die "Hausreucki"
statt. Bauleitender Architekt war das SCB-Mitglied Otto Ingold, ausführende
Firma das Baugeschäft Wyss in Biel.
Die Einweihung der Clubhütte "Horneggli" am 2. und 3.
Januar 1909 gestaltete sich als kleines Volksfest. Zwei reich befrachtete Tage -
welche von fast 200 Personen besucht wurden - wurde für die Einweihungsfeiern
reserviert. Am Samstag wurde - nach einer Tour nach freier Wahl - im Hotel
Simmental in Zweisimmen feuchtfröhlich die Hütteneinweihung gefeiert. Am
Sonntag fand unter der Patenschaft des SAC die Übergabe der Hütte mit einem
Picknick statt. "...Ergötzlich war nachher die Abfahrt nach Zweisimmen und
Saanen als Skijöring, mit Bobsleigh, in Schlitten oder nur (nur!) auf
Ski".
Innert kürzester Zeit mauserte sich das "Horneggli"
zum Mittelpunkt des Clublebens und der Mitglieder. Ein Refugium der willkommene
Erholung und unvergesslicher Stunden. Dem Umstand, über eine eigene Hütte zu
verfügen, war es überdies zu verdanken, dass der Mitgliederbestand im Jahr
1909 sprungartig von 120 auf 165 anstieg.
Fliessendes Wasser in der Hütte war zuerst ein unbekannter
Luxus. Körperpflege wurde, wenn überhaupt, am Brunnen gehalten. Den
Erstankömmlinigen war es jeweils vorbehalten, den Standort des Brunnens im
tiefen Schnee auszumachen und ihn auszugraben.
Im ursprünglichen "Horneggli" gab es, so die
Chronisten, auch einen Damenschlafraum mit drei Betten. Da die darin zur Ruhe
gebetteten Damen jeweils vorgaben, sich vor der Hüttenmaus zu fürchten, blieb
der "Ladies-Room" meist verwaist. Derweil sich die Damen sicher und
geborgen an die Seite ihrer männlichen Begleiter schmiegten...