29. Alterskl.-Rennen


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29. Altersklass-Rennen Schwarzsee-Kaiseregg

 Soll da noch einmal jemand das Wort „Hüttenclub“ in den Mund nehmen!...

 

Was die erste Mannschaft des SC Bern am 7. März 2009 im Schwarzsee zeigte, hat wahrlich nichts mehr mit einem Hüttenclub zu tun. Sieben verwegene Skifans, gemäss der Ausschreibung alle älter als Jahrgang 1977, reisten in den Schwarzsee, um sich ihr Können in den Stangen bestätigen zu lassen. Beim sportlichen Saisonhöhepunkt mit der grössten Delegation aller Skiclubs anzutreten (nebst dem Organisator SC Riffenmatt) und Erfolge zu verzeichnen, will doch im Hoheitsgebiet des aktivsten Rennklubs des SSM etwas heissen. 

Die Selektionen der Athleten bereitete der Teamleitung doch einiges an Kopfzerbrechen. Nur durch Stichentscheide der Teamchefin konnten die zu erfüllenden Kriterien der Rennfahrer in Einklang mit dem Geheimnis des Erfolges, der idealen Teambildung, in Einklang gebracht werden:

Damen:        Leider erfüllte nur eine Dame die strengen Selektionsrichtlinien. Die Wahl fiel auf Jeannette Grindat, die Ehrgeizige, die sich scheinbar beim Bäricup so richtig in Form gebracht hatte.

 

Herren:         Bei den Herren war der Entscheid nach unzähligen Sitzungen, bei denen die Resultate der vergangenen Wettkämpfe genauso eine zentrale Rolle spielten wie die Trainingsvorbereitungen, äusserst schwierig. Das Selektionskomitee entschied sich für folgende Akteure:

 

                   Yeti Wyss, der Unverwüstliche

                   Albert Wehrli, der Zuvorkommende 

                   Kurt Ziegler, der Nimmermüde

                   Ueli Grindat, der Gentlemen

                   Markus Grindat, der kämpferische Sekundensucher   

                   Jöggu Staub, der Servicemann

Pünktlich, gemäss Aufgebot, fand sich das Team am Vormittag im Schwarzsee zur Startnummern­ausgabe ein. Gespannt und motiviert stimmte man sich mit Kaffee, teilweise mit Beruhigungstee, auf  den Wettkampf ein. Die Verhältnisse entsprachen keineswegs den unzählig (gedanklich) absolvierten Trainingsläufen. Nur Albert und Yeti lachten sich heimlich ins Fäustchen bei dieser Neuschneepracht! Der Schwarzsee zeigte sich nämlich tief winterlich verschneit mit stahlblauem Himmel.

Hatte da der eine oder andere etwa den falschen Ski mit unpassendem Wachs oder Radius dabei? Zweifel und Grübeleien wurden alsdann sofort in Sticheleien und Witzeleien umgesetzt. Der Wettkampf war auf und neben der Piste lanciert und nahm von da an einen äusserst belustigenden Lauf…

Küsu trat strategisch gut vorbereitet an, war jedoch nach wie vor auf der Suche nach den Sekunden, die er auf Jöggu keinesfalls verlieren wollte. Immerhin standen da die Ehre und eine Wette im Raum! Er suchte die steilsten Pisten für seine Einfahrläufe aus, dabei war für das bevorstehende Rennen doch „gefühlvolles Fahren„ angesagt!... Jeannette studierte die Startliste von oben nach unten und von hinten nach vorne, sah sie den Glaspokal doch schon in ihren Händen. Aber das behält man ja für sich, ist man gegen aussen eher ziemlich cool! Üelu heftete sich zum Einfahren an die Skienden von Jeannette und Küsu, um so noch den einen oder anderen Tipp für den schnellsten Riesenslalomschwung zu erhalten. Küre hatte, wie nicht anders zu erwarten war, die Skis schon vor Kaffee und Teambe­sprechung ausgetestet und trumpfte nun mit seiner besten "Schweizerwaffe" auf. Yeti wurde diesmal durch Küre in Sachen Ski uneigennützig beraten und konnte sich mit modernstem Material in Szene setzen. Der bedächtige Albert ging beim Einfahren noch nicht an seine Grenzen. Logisch, denn als alter Fuchs weiss man seine Kräfte einzuteilen und der grosse Auftritt stand ja noch bevor. Jöggu war kaum zu bremsen und auf andere zu warten zählt nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigung. So kam es, dass er sich mehr oder weniger alleine vorbereitete.

Fazit der Vorbereitungsphase: Frauen bringen es fertig, allzeit bereit in jeder erdenklichen Lebenslage ihren ganzen Werdegang jedem, zu jeder Zeit (für Männer zu jeder Unzeit!) bunt ausgeschmückt ausführlich zu erzählen. Männer hingegen bleiben beim Thema! Fachsimpeln bis zum geht nicht mehr über Qualität, Technik, Sekunden und Radien. Allen ihre Strategie, doch auf so viele Worte mussten Taten folgen! 

Der Start zum Rennen (zur besten Sendezeit!) nahte und die erste Rennläuferin im Startgelände war unsere Teamchefin, welche sich seriös vorbereiten wollte und darauf wartete, dass der Servicemann das richtige Pulver auf die Skier verteilen würde. Allmählich machte sich Hektik und Nervosität wie bei den "Grossen" breit. „Nostalgie-Racer“ eröffneten das Rennen, die Frauen mit wehenden Röcken, die Männer in "Haublinigem", mit Skiern und Stöcken aus den Anfängen des Skisportes. Einige Fahrer aus unserem Team hatten sich über die Jahre nun doch mit perfekt abgestimmtem Material eingedeckt, so dass eine mögliche Verwechslung mit der Nostalgiegruppe entgegen früherer Altersklassrennen nun ausgeschlossen werden konnte. Diesbezügliche jahrelang geführte Diskussionen schienen Früchte zu tragen!...

Das beste Beispiel, dass ein Wille Berge versetzen konnte, zeigte Jeannette. Wie sie um die Tore kurvte war hohe Schule, kein Zeichen von gesundheitlichen Schwächen, voll auf Angriff, kein Gedanken an die schmerzhaften Tage danach. Gelernt ist eben gelernt oder hat sie vielleicht doch im Versteckten trainiert?

Die Hälfte der Startenden der ältesten Herrenkategorie waren Skiclübler, mit den Nummern im vorderen Teil der Startliste – also ideale Voraussetzungen! Leider entsprachen die weichen Schneeverhältnisse nicht ganz allen – die eingefleischten Mastersfahrer hatten offenbar zu oft auf harten und vereisten Pisten trainiert! Jöggu gab sein Bestes, jedoch reichte es nicht ganz an die Spitze. Die Startnummer konnte es diesmal nicht gewesen sein und der Spruch "dr anger Schi wär äuä besser gsi" ist weder neu noch galt er heute!...

Albert zog, seinem Naturell entsprechend, umsichtig seine Kurven durch die Tore, immer darauf bedacht, keine Torstange zu beschädigen oder gar jemanden zu behindern.

Der weitumhergereiste Wettkämpfer Yeti fand nur teilweise die richtige Anpassung an die Verhältnisse. Oder hatte da sein sportlicher Berater Küre etwa doch die Hand im Spiel? Er soll seine liebe Mühe mit der Wahl des richtigen Wachses beim Umstellen vom Nordischen zum Alpinen gehabt haben. Gerüchte, dass Küre da einen weiteren Gegner ausschalten wollte, blieben Gerüchte. Das gute Resultat von Küre liess sodann gleich neue Gerüchte entstehen, dass die alten Gerüchte vielleicht gar nicht aus der Luft gegriffen waren…

Ein Duell auf höchster Ebene lieferten sich die beiden Grindat’s, welches zu Gunsten von Küsu ausging, was bei seinem Trainingsaufwand kaum erstaunte und irgendwie erwartet wurde. Üelu nahm's gelassen, träumte er doch schon wieder von Greens und Golfbällen. Grund für den bedingungslosen Angriff von Küsu war wohl auch die erwähnte Aussicht auf das Wettznacht – ein gewisser Druck kann durchaus beflügeln!... Red Bull?!... Dopingverdacht wurde entschieden zurückgewiesen!!! Die ärztliche Verordnung lag vor, so kehrte wieder Ruhe ein im Team.

Wer hätte es gedacht, zur Verwunderung aller, war man dann beim Mittagessen eine wirklich starke Truppe, vereint mit der Gewissheit: Pommes frites, Ketchup, Chicken Nuggets und Rivella blau – der Geheimtipp in Sachen Sportlernahrung! Nur Küre hatte auch hier seine eigene Strategie: auf sein altbewährtes Eingeklemmtes lies er gar nichts kommen!!... Die richtige Nahrung und schon fanden alle unzählige Erklärungen, wo genau sie denn ihre Hundertstel verloren hätten…

Auszug aus der Rangliste:

Damen II (Jg. 1969 und älter)

1.  Grindat Jeannette   SC Bern                1966             47.30
2.  Thalmann Brigitte   SC Schwarzsee     1957             55.52

Tagesbestzeit Damen:

Schumacher Karin      SC Riffenmatt         1976             44.92

 
Herren V (Jg. 1949 und älter)

1.  Schmid Peter         SC Frutigen           1949             44.02
2.  Staub Hansjörg      SC Bern                1948             45.21
3.  Kropf Peter            SC Schwarzsee     1938             45.52
4.  Ziegler Kurt            SC Bern                1936             47.79
7.  Wehrli Albert          SC Bern                1944             58.75
8.  Wyss Yeti             SC Bern                1935         01:02.36

 Herren III (Jg. 1960 bis 1966)

1.  Glauser Markus     SC Birg                 1966             42.95
6.  Grindat Markus      SC Bern                1962             47.92
8.  Grindat Ueli           SC Bern                1961             56.41

Tagesbestzeit Herren:

Wittwer Heinz             SC Riffenmatt         1973             41.99

 

Wir erlebten einen herrlichen Skitag und mit der Flasche köstlichen Rotweins, welche jeder Teilnehmende erhielt, stimmen wir uns schon heute auf das nächste Altersklassrennen ein. Von uns allen wurde der Samstag, 6. März 2010 bereits reserviert! Die Renndelegation des SC Bern darf sich durchaus noch vergrössern – also fangt mit dem Training an, damit ihr die Selektionskriterien dann auch erfüllen werdet!

Teamgeist. Teamarbeit.

Jöggu Staub, Albert Wehrli & Jeannette Grindat  

 

Fotos 1
Fotos 2
Fotos 3

 

Last update: 21.04.2009


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